Loading...

BSC 2018: Tag 4 – Der geruchsintensive Weg nach Norwegen

Heute wollten wir Meter machen. Von Strömsund brachen wir (für unsere Verhältnisse) recht zeitig auf und starteten Richtung Norwegen. Bodo war das angepeilte Ziel.

Der Morgen startete mit jeder Menge Regen. Hatten wir am Abend zuvor noch von Rührei mit Bacon geträumt, war nun nicht mehr an Frühstück zu denken. Eilig wurden die Zelte abgebaut und die Autos beladen.

Im strömenden Regen entschieden wir, Rusty nicht unnötig zu quälen und Karsten den Waldweg hochfahren zu lassen, während Felix und ich laufen sollten. Wir hatten noch keine 100m Weg hinter uns, als das Unglück passierte. Karsten war auf einem im Gras versteckten Baumstumpf aufgesessen. Dieser hatte die Frontstoßstange zu Teilen abgerissen, sodass diese jetzt auf der Beifahrerseite herunter hing.

Nicht so schlimm wie es sich jetzt vielleicht anhört, trotzdem war die Laune entsprechend im Keller.

Wir quälten uns durch den Schlamm zurück auf die Schnellstraße und waren am Ende heilfroh, dass nichts Schlimmeres mehr passierte.

Wir kamen gut voran und bretterten über die E45 weiter gen Norden. Als wir schließlich auf die E12 abbogen, die norwegische Grenze immer näher rückte, entschlossen wir uns die Tagesaufgabe zu absolvieren.

Surströmming – für Gourmets ohne Nasen

Dazu mussten wir eine Dose Surströmming öffnen und 200 km im Auto offen transportieren. Wir hatten von Veteranen schon viel über Surströmming gehört, gesehen und gelesen und waren auf das Schlimmste vorbereitet – dachten wir zumindest.

Wir schickten Markus und Felix vor die Dose zu öffnen. Schön im Freien, denn wir wussten ja was uns erwartet. Trotzdem traf uns der üble Geruch wie ein Schlag ins Gesicht. Markus war mutig genug zumindest die Soße zu probieren, doch selbst das war wohl weit davon entfernt, was wir unter einer Delikatesse verstehen würden.

Wir machten die geforderten Beweisfotos vom Tacho mit der Dose und schnürten sie in 4 Mülltüten ein. Vergebens. Team 42, die die Dose die ersten 100 km transportierten (geteiltes Leid ist schließlich halbes Leid), berichteten uns, dass der Fisch trotzdem zu riechen war – oder waren es Markus Hände?

Nach Schlag 100 km wechselten wir. Zum Glück hatten wir noch Platz in unserem Dachkorb, sodass wir den Stinkefisch dort platzierten. Ins Auto kam der uns nicht!!

Nächstes Unglück voraus

Wir waren gerade wieder losgefahren, als uns der Hilferuf eines gestrandeten Teams erreichte. Schon wenige Kilometer später hatten wir die Feuerwehr eingeholt.

Geschlagene zwei Stunden versuchten Markus und andere „Mechaniker“ den Mercedes wieder zum Laufen zu kriegen.

Tatsächlich schaffte es die Feuerwehr in Begleitung vom Team #42 bis nach Tärnaby, blieb dort allerdings wieder liegen.

Wir tauschten in der Werkstatt schnell noch unseren defekten Bleistift und zwei Bier gegen eine LED Stirnlampe und rollten weiter nach Norwegen.

Kurz vor der Grenze waren auch für uns die 100 km mit dem Surströmming um. Allerdings bekamen wir jetzt die Konsequenzen für unsere kreative Umsetzung der Challange zu spüren. Denn als wir den Jungs mit der Feuerwehr halfen parkte unser Auto mitten in der prallen Sonne (ja die gab’s an dem Tag tatsächlich noch zu sehen) – zwei Stunden lang! Entsprechend aromatisch begrüßte uns die offene Dosen als wir sie vom Dachkorb angelten. Da wir um den Verlust von Karstens Geruchsnerven fürchteten und Felix sowieso nichts mehr anfassen durfte (außerdem hatte er ja bereits die Ehre), musste ich das abschließende Beweisfoto machen.

Danach konnten wir den Mist nicht schnell genug los werden! Der GEstank hing uns noch bis Bodo in der Nase! Da half auch kein Händewaschen, -reinigen und -desinfizieren.

Hello Norway!

Der Grenzübertritt war reichlich unspannend, die Natur dafür umso schöner. Eines merkten wir aber schnell – die Norweger nehmen alles nicht so ernst. Licht im Tunnel? Ach I wo! Geteerte Ausweichstraßen in der Baustelle? Wer braucht den so etwas??

So zuckelten wir statt über aalglatte Straßen, wie wir es von Schweden gewohnt waren, über holprige Schotterpisten. Für Norwegen waren wir einfach ein paar Jahre zu früh. Wenn die E6 irgendwann einmal fertig ausgebaut ist, wird das eine echt geile Strecke.

Unser Highlight des Tages: der Polarkreis

Kurz vor 20:00 Uhr passierten wir den Polarkreis. Hier trafen wir natürlich etliche Teams wieder – einfach jeder brauchte ein Foto im Steinfeld. Im Souvenirshop rüsteten wir uns noch mit Norwegenflaggen für unsere Photochallange aus. Da es schon reichlich spät war und irgendwie keiner von uns Bock auf eine weitere Nacht im Zelt hatte (Felix‘ hielt keinem weiteren Tropfen mehr stand), loggten wir uns kurzer Hand im WLan des Restaurants ein und durchforsteten das Internet nach einer Unterkunft.

Auf diese Idee waren aber auch schon die anderen Teams gekommen und so war nichts mehr frei. Außer zu Preisen jenseits von Gut und Böse.

Also beschlossen wir einfach direkt nach Bodo zur Fähre zu fahren und unser Glück zu versuchen. Vielleicht würden wir es ja noch auf die 3-Uhr-Fähre schaffen.

Gegen 23:00 Uhr hatten wir schließlich Bodo erreicht. Mal wieder im strömenden Regen. Um uns erstmal wieder menschlich zu fühlen, rückten wir im örtlichen Flughafen zum Duschen ein. 5,00 € für 30 Minuten duschen – schon okay, allerdings gab es immer nur 2 Minuten heißes Wasser, dann musste man wieder 5 Minuten warten.

Da es in der Stadt sowieso keine freien Schlafplätze mehr gab, entschieden wir uns, uns zu den anderen Teams in der Warteschlange an der Fähre zu gesellen. 3:15 Uhr sollte die nächste Fähre ablegen und mit etwas Glück, würden die uns vielleicht noch mitnehmen.

Bevor wir uns schließlich anstellten, gönnten wir uns aber noch ein paar Burger für jeweils 15,00 € das Stück.

Pünktlich 1:00 Uhr waren wir an der Fähre. Da wir vorher schon von anderen Teams gehört hatten, dass ca. 4 Reihen auf eine Fähre passen würden, hatten wir als letztes Auto in der dritten Reihe große Hoffnung, doch noch mitgenommen zu werden. Wir rechneten uns aus, dass das Verladen wahrscheinlich gegen 2:00 Uhr beginnen würde und verzichteten auf Schlaf – außer Felix, der machte es sich derweil auf der Rückbank bequem…

Tagesresumé:

Gefahrene Kilometer: 675 km

Verbrauchter Sprit: 75 l

Fahrzeit: 15 h

Laune: 😄 bis 😒

Temperatur: 7-13 °C

Road Kills: die rote Feuerwehr #57

Song of the day:

Gorillaz – Dare

By |2018-07-08T16:55:52+00:00Juli 8th, 2018|Allgemein, BSC18, Cold Countries, Summer|0 Comments

Leave A Comment