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BSC 2018: Tag 7 – Nordkapp = Halbzeit

Wir mussten noch ordentlich frühstücken!! So richtig mit gekochten Eier und gebackenen Brötchen!

Ja ja, sicher wir konnten unseren ungewohnten Luxus immer noch nicht fassen, trotzdem mussten wir ja weiter. Aber da wir eben seit Tagen kein vernünftiges Frühstück mehr hatten, haben wir das eben besonders ausgekostet und sind leider eine komplette Stunde später losgekommen als wir ursprünglich gewollt hatten.

Aber so wirklich aus Alta raus sind wir trotzdem noch nicht, denn auf Markus‘ Anraten, haben wir uns eine Werkstatt gesucht, die uns den Auspuff wieder festmachen sollte. Wir wollten das Risiko dann doch nicht eingehen, uns den Auspuff auf den russischen Straßen abzureißen – und Russland stand uns kurz bevor.

Also sind wir in die nächstbeste Werkstatt eingerückt. Nachdem die unsere „Rusty Lisa“ als Good Car! betitelt hatten, sperrten sie uns kurzer Hand aus der Werkstatt aus.

Panik!

Da setzte bei uns kurz der Herzschlag aus. Hatten die uns verstanden? Nicht dass die jetzt sonst was an unserem Auto schrauben und uns dann eine saftige Rechnung vorlegen.

Deie Zeit verging und es dauerte und dauerte. Keiner sagte uns auch nur ein Wort. Im Kopf überschlugen wir schon, was eine Arebitseinheit in Deutschland kostet und was das wohl für Norwegen bedeutete.

Am Ende haben die tatsächlich nur eine neue Gummimanschette angelegt und uns 30,00 € berechnet – Schwein gehabt.

Jetzt war der Auspuff wieder da wo er hingehörte und „Rusty Lisa“ sogar deutlich leiser als vorher. Das hätte dem Hippie in Sandhammaren sicher auch gefallen 😂

Nun hieß aber weiter, weiter! Unsere Tagesaufgabe besagte, dass wir ausschließlich zwischen 12:00 und 18:00 Uhr die Möglichkeit hätten vor dem Globus ein Fotot mit unserem Auto zu machen. Das konnten wir uns nicht entgehen lassen – und bis zum Nordkapp waren es noch 4h Weg.

Zwischenzeitlich entdeckten wir noch ein paar Schneewehen, welche wir gleich noch für unsere Photochallange nutzen: ein Foto von uns auf einem „Gletscher“ mit der norwegischen Flagge in der Hand

Leider besserte sich das Wetter bis zum Nordkapp nicht. Zeitweise fuhren wir durch dichten Nebel, sodass wir fürchteten gar nichts vom Globus sehen zu können.

Halbzeit – die Hälfte der Strecke liegt hinter uns

Tatsächlich gab es vom Nordkapp nicht viel zu sehen. Trotzdem hatten wir noch halbwegs Glück, sodass die Sicht für’s Foto reichte. Das wären sonst auch schöne fehlinvestierte 50,00 € Parkgebühren gewesen 😓

Also reihten wir uns in die lange Schlange von Rallyeteams ein und warteten bis wir unser Foto machen konnten.

Nachdem wir unser Foto geschossen hatten, traffen wir uns im Restaurant mit Ben und Christina vom Team 239 vonauswärts um die anstehende Weiterfahrt nach Russland zu besprechen. Wir hatten uns bereits auf den Lofoten verständigt in einer möglichst großen Gruppe rüber fahren zu wollen.

Während wir uns leckere Waffeln mit Marmelade und Sahne gönnten, realisierten wir so langsam, dass wir jetzt tatsächlich schon die Hälfte der Rallye geschafft hatten. Wir waren am nördlichsten Punkt Europas angekommen. Ab hier ging es als nur noch zurück.

Das musste erst einmal sacken…

Bevor wir schließlich wieder aufbrachen, haben wir noch im Andenkenshop ein oaar Mitbringsel geshoppten.

Anschließend sind wir noch einmal zum Globus gelaufen und haben auf unsere bisherigen Erfolge angestoßen.

Die Zeit ist der größte Gegner

So richtig bewusst, was das hieß ist uns wahrscheinlich bis zu unserer Rückkehr nach Deutschland nicht geworden. Wie auch? So genial die Rallye auch ist, für die wirklich schönen Dinge war kaum Zeit. Oft haben wir abends zusammengesessen und gesagt: dass wir die Rallye gern noch einmal machen würden, aber mit einer Woche mehr Zeit…

Weiter nach Finnland – aber hey nicht so schnell

Schließlich war es Zeit weiter zu fahren. Wir wollten es noch nach Finnland schaffen, denn am nächsten Tag sollte es endlich nach Russland gehen.

Also verabschiedenten wir uns von den anderen und vereinbarten mit Ben und Christina einen Treffpunkt für die Nacht.

Sehr weit sind wir allerdings nicht gekommen.

Wir hatten schon die Hälfte des Nordkapp-Tunnels hinter uns, als der Peugot vom Team 42 plötzlich in dichtem schwarzen Nebel verschwand. Geistesgegenwärtig brüllten wir in unser Walkie-Talkie, dass es brennt und wendeten schleunigst unser Auto. Da tauchten Stefan und Markus auch schon wieder neben uns auf. Gemeinsam machten wir die beiden Tunnelspuren dicht und versuchten, durch eingeschalteten Warnblinker und permanentes Auf- und Abblenden den nachkommenden Verkehr auf uns Aufmerksam zu machen. Allerdings waren vor allem die Wohnmobilfahrer ziemliche Hornochsen. Die sind uns tatsächlich ohne abzubremsen entgegen gekommen. In dem Moment wie wir dann zur Seite gefahren sind, um mit denen zu reden, sind sie einfach an uns vorbei zu rasen.

Drei leichtsinnige Wohnmobile später kamen uns andere Rallyeteams entgegen, die zum Glück anhielten und auf uns hörten. In großer Kollone haben wir den Tunnel schließlich geräumt. Draußen angekommen, stellten wir unsere „Rusty Lisa“ schön quer vor den Tunnel, sodass niemand mehr reinfahren konnte.

Nur wenig später kam eine Müllabfuhr zum Tunnel, nachdem ich kurz mit dem Fahrer gesprochen hatte, was los ist, verständigte er die Feuerwehr.

Es hat ab diesem Moment noch mindestens 20-30 Minuten gedauert bis die Ampel am Tunnel endlich auf rot umschaltete. Die Ventilatoren waren dagegen (fast) sofort angesprungen.

Zu unserer großen Überraschung kam noch bevor die Feuerwehr eintraf ein Linienbus durch den Tunnel gefahren – Norweger! 🤦‍♀️

Da durch den gesperrten Tunnel nichts mehr ging, fanden sich immer mehr Rallyeteams bei uns ein. Darunter auch ein recht seltsames Duo, dass wir zuerst auch für eins unserer Teams hielten, dann fielen uns jedoch die fehlenden Aufkleber auf. Als dann auch noch Fabian (Team Fanta2) totall freudig auf den Fahrer zu ging, wurde uns klar: das ist der verrückte BIO-Bauer von dem er uns erzahlt hatte! Krasser Zufall!

Ganze zwei Stunden hat unser der Brand im Tunnel gekostet. Dabei war dem Wohnmobil, welches später aus dem Tunnel gezogen wurde, das ganze Drama nicht anzusehen. Das sah tatsächlich noch völlig normal aus.

Wir ließen uns davon nicht lange aufhalten und beeilten uns noch vor der Müllabfuhr und den ganzen Bulli-Teams durch den Tunnel zu kommen. Team 42 ist leider nicht so gut weggekommen wie wir, hatte uns jedoch relativ schnell wieder ein.

Von da an fuhren wir als Dreiergespann mit Ben und Christina zusammen. Die waren dank des Tunnelbrands inzwischen zu uns dazu gestoßen. Hätten uns aber aller Wahrscheinlichkeit nach, eh bald eingeholt.

In einer anderen Zeit

Gegen 1 Uhr schlugen wir irgendwo in der Finnischen Einöde unser Lager auf. Völlig kaputt gingen wir gleich ohne Essen ins Bett.

Erst später fiel uns auf, dass wir irgendwann die Zeitzone passiert hatten und es schon eine Stunde später war, als wir eigentlich angenommen hatten.

Tagesresumé:

Gefahrene Kilometer: 670 km

Verbrauchter Sprit: 60 l

Fahrzeit: 13 h

Laune: 😶

Temperatur: 6 °C

Road Kills: –

Song of the day

The Undisputed Truth – Smiling faces

By | 2018-07-08T20:18:18+00:00 Juli 8th, 2018|Allgemein, BSC18, Cold Countries, Summer|0 Comments

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